Moment, Aufnahme, Bildband - Ein Making Of
Am 9. April 2006 brach Andreas Klotz auf zu den Tafelbergen in die abgelegene Gran Sabana im Süden Venezuelas. Im Gepäck ein Notizbuch, zwei digitale Spiegelreflex-Gehäuse, drei Objektive, 16 Akkus (für jeden Tag einen), jede Menge Speicherkarten – und das Bestreben, ein Buch über die Reise zu schreiben.
Nach ausführlichen Tests im Vorfeld der Tour hatte sich Andreas Klotz entschieden, alle Reisefotos in maximaler Auflösung im RAW-Format abzuspeichern. Die Canon EOS 20D lieferte im Schnitt 7,5 bis 8 Megabyte große Rohdaten pro Bild. Damit passten also rund 230 Aufnahmen auf eine 2-Gigabyte-Speicherkarte. Natürlich war für ein Laptop oder einen mobilen Bildspeicher kein Platz im Rucksack. Wo hätte man die Stromschlucker fernab jeglicher Zivilisation auch aufladen sollen? Andreas löschte also erkennbar schlechte Bilder jeden Abend direkt von seiner Kamera. So kam er mit „nur“ 2.000 Aufnahmen nach Hause.
Die Texte entstanden am MacBook Pro: manchmal im Büro, meistens zu Hause, im Garten, unterwegs. Nach einer ersten Vorsortierung blieben 639 Bilder in der engeren Wahl. Diese wurden in Apple Aperture importiert, gesichtet und sortiert. Das Layout dann mit InDesign CS2 realisiert. Eingeladen wurden die relativ kleinen JPEGs – das geht deutlich schneller als mit den großen TIFFs. So konnte der Globetrotter bereits vor der zeitaufwendigen Bildbearbeitung festlegen, welcher Anteil den Bildern zukommen sollte und welche Ausschnitte die Eindrücke der Reise am besten wiedergeben würden.
Die eigentliche RAW-Entwicklung der 300 verwendeten Fotos fand in Photoshop CS2 mit dem enthaltenen Camera-Raw-Modul statt. Andreas betrachtete Bild für Bild, öffnete jedes mit individuellen Einstellungen. Neben den Photoshop-Optionen für Tiefen, Helligkeit, Kontrast und Sättigung überzeugte vor allem die Möglichkeit, die Belichtung nachträglich zu korrigieren. Das Feature macht Belichtungsreihen während der Aufnahme schlicht überflüssig. Die Schärfung besorgte der Weltenbummler abschließend mit dem Filter „Selektiver Scharfzeichner“.
Zunächst wurden die Bilder in RGB – im 16-Bit-Modus – verarbeitet. In der Regel folgten lediglich eine Tonwertkorrektur und eine minimale Gradationskurvenanpassung, danach bereits die Umwandlung in CMYK. Zuletzt dann die Reduzierung auf 8 Bit und ein wiederum sehr individuelles Schärfen. Abschließend speicherte Andreas seine Kunstwerke als unkomprimierte TIFFs ab.
