XPS : Brücke zwischen Office und Prepress

Mit der XML Paper Spezifikation XPS bringt Windows Vista ein neues, portables Dokumentenformat und damit eine Alternative zu Adobes PDF. Damit lassen sich schlanke und sichere Workflows von Office-Dokumenten zu druckfähigen PDF/X-Dateien realisieren.

Eine Ausgabe des Jaws PDF Journals als XPS angezeigt in dem XPS-Viewer.
[jaws pdf journal]

Zusammen mit Windows Vista lancierte Microsoft den neuen Dokumenten Standard XPS, der ziemlich unmissverständlich als Alternative zu Adobes PDF positioniert ist. Analog zu PDF lassen sich auch XPS-Dokumente sehr einfach aus jeder Applikation über einen entsprechenden Druckertreiber erstellen. Und auch für XPS gibt es einen frei verfügbaren Viewer, nämlich den Internet Explorer. Wie PDF enthält auch eine XPS-Datei alles, was zum Dokument gehört: Schrift, Layout, Bild und Grafik.

XPS als Brücke zwischen Office und Prepress

Die grafische Industrie ist in dem Gerangel um den künftigen Standard für seitenbasierte elektronische Dokumente nur ein Nebenschauplatz, und doch hat das Erscheinen von XPS hier weit reichende Konsequenzen: XPS hat das Potential, im Publishing-Prozess als Brücke zwischen der Microsoft-dominierten Office und der Adobe- lastigen Prepress-Welt zu fungieren. Konkret heißt das, der mit Microsoft Office arbeitende Kunde übergibt dem Dienstleister der grafischen Industrie künftig eine XPS-Datei statt wie bisher eine Word-Datei mit allen ihren Unzulänglichkeiten.

Nicht von schlechten Eltern

Dass XPS als Austauschformat für die grafische Industrie taugt, dafür bürgt nicht zuletzt der Partner, den Microsoft bei der Entwicklung dieses Standards herangezogen hat: Es handelt sich dabei um niemand anders als die Firma Global Graphics, welche mit ihren Harlequin Postscript-RIPs seit Jahren erfolgreich gegen Adobe zu bestehen vermag. Und tatsächlich bringt XPS vom Grundkonzept her alles mit, um den hohen Ansprüchen der grafischen Industrie gerecht zu werden: Es unterstützt OpenType-Schriften mit allen typografischen Finessen, beherrscht Vektorgrafik auf Basis von Bézierkurven, kann mit Verläufen und Transparenzen umgehen und bietet ICC basiertes Farbmanagement.

Microsoft als ernst zu nehmender Publishing-Player

Vor diesem Hintergrund tut die grafische Industrie gut daran, die Entwicklung rund um XPS wach zu verfolgen. Für den Datenaustausch mit Office-Anwendern lässt sich XPS schon jetzt Gewinn bringend einsetzen, indem es als Brücke von Office in einen PDF-Workflowdienst dient. Es gilt also, in der Branche die Haltung gegen über Microsoft zu überdenken und deren Technologien nicht im Voraus als unprofessionell abzutun.

Microsoft mausert sich langsam aber sicher zum ernst zu nehmenden Player im Publishing-Umfeld, und das sicher nicht nur zum Nachteil der grafischen Industrie – so diese dann die Chancen auch nutzt, die sich daraus ergeben! XPS verspricht bessere Prepress Workflows mit Office-Dokumenten: Statt eine Word oder Powerpoint-Datei mit all ihren Unwägbarkeiten übergibt der Kunde dem Druckdienstleister künftig eine XPS-Datei, aus welcher sich dann in der Vorstufe relativ einfach ein sauberes PDF/X erstellen lässt.

Autor

Martin Spaar

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